Artist Image: Crime in Stereo
Band: Crime in Stereo
Album: I Was Trying To Describe You To Someone
Musikrichtung:
Label: Bridge Nine
Myspace: www.myspace.com/crimeinstereo

Crime in Stereo - I Was Trying To Describe You To SomeoneCrime In Stereo, eine Band die in zwei verschiedenen Schuhen steckt. So präsentierte die fünfköpfige Truppe aus dem U.S.-Bundesstaat New York auf ihren ersten beiden Alben „Explosives And The Will To Use Them“ aus dem Jahr 2004 und „The Troubled Stateside“ aus 2006 noch melodischen und politischen Punkrock mit eindeutig zuhörenden Hardcore-Wurzeln, während das Bridge9-Debüt aus dem Jahr 2007 mit dem Titel „..Is Dead“ schon eine deutlich andere und zumeist auch sanftere Richtung eingeschlagen hat.


Dennoch gilt dieses Werk noch heute als eines der herausragendsten des Labels aus Boston, Massachusetts. Nun erscheint knapp drei Jahre nach diesem hochgelobten Album das vierte Full-Lenght dem Titel „I Was Trying To Describe You To Someone“. Schon im Voraus wurde von Gitarrist Alex Dunne angekündigt, dass man den Fans eine Mischung aus „..Is Dead“ und „The Troubled Stateside“ servieren möchte, aber bestätigt sich diese Aussage? „Drugwolf“ ist der erste Song der Scheibe, welcher einige Wochen vor dem Erscheinungstermin auf der Myspace-Seite der Band zu hören ist und prägt sich mit der Zeile „This Love Is Giong To Drag Us Down“ nach einigen Anläufen auch schon in die Gehörgänge ein. Ein mehr als guter Vorbote also. Da saß man als Fan dieser Band teilweise schon auf heißen Kohlen und konnte es kaum erwarten, das ganze Album zuhören. Aber schon beim ersten Durchlauf kam leichte Ernüchterung auf. Die Mischung, welche Gitarrist Dunne versprochen hatte ist nicht so geworden, wie man es sich wohl erhofft hat. Zwar sind die punkigen Elemente aus Zeiten von Songs wie „Slow Math“ nicht komplett verschwunden, aber die politischen Aussagen wurden fast gänzlich von emotionalen Lyrics verdrängt, welche vor Gefühlen nur so triefen. Einzige Ausnahmen mögen da wohl Republica und Drugwolf sein, aber auch diese Titel driften schnell in Richtung überschwellige Emotion ab. Auf „I Was Trying To Describe You To Someone“ geht es thematisch im Großen und Ganzen um nichts anderes als die Liebe, was Stücke wie das schon erwähnte “Drugwolf” oder “I Am Everything I Am Not” lyrisch mehr als eindeutig beweisen. Doch Crime in Stereo können auch noch etwas härtere Saiten aufziehen, was man nach Songs wie “Young” vielleicht nicht gedacht hätte, aber “Not Dead” und “Type One” pusten mit den rauen und zumeist geschrienen Refrains so einigen Staub aus den Boxen. Was man mit der Neuauflage des schon auf „The Troubled Stateside“ zu findenden “Dark Island City”bezwecken möchte ist mir schleierhaft, mir gefiel die alte Version jedenfalls deutlich besser. Von Punkrock oder melodischem Hardcore kann man bei „I Was Trying To Describe You To Someone“ nicht mehr sprechen, aus diesen Schuhen sind Crime In Stereo rausgewachsen. Was bleibt ist verspielter und leicht spaciger Rock mit emotionalen und oft tiefgängigen Texten, der bei Gelegenheit mal einen Blick zu den Wurzeln der Vergangenheit riskiert und durchaus zu begeistern weiß. Crime In Stereo ist tot. Es lebe Crime in Stereo!

Kommentare:


Diese Seite wurde in 1283552951.93 Sekunden geladen